Dämmung auf natürlicher Basis: Nutzung von Hanf im Baugewerbe

Hanf hat noch immer einen vergleichsweise schlechten Ruf, denn viele Menschen denken noch immer nur an Betäubungsmittel und Drogenrausch, wenn Hanf erwähnt wird. Die vielseitige Pflanze kann aber noch viel mehr und ist deutlich besser als ihr Ruf. So wird Hanföl als natürliches Arzneimittel oder in Kosmetika eingesetzt und aus den Hanffasern wird unter anderem Kleidung hergestellt. Noch vergleichsweise selten wird Hanf aber auch im Baugewerbe eingesetzt. Dabei hat die Verwendung von Hanffasern als Dämmmaterial einige Vorteile im Hausbau.

Der moderne Hausbau setzt nicht nur auf Langlebigkeit, sondern auch auf Nachhaltigkeit: Neben modernen Bauweisen spielen auch erneuerbare Energien und nachhaltige Materialien eine entscheidende Rolle. Letzteres betrifft nicht zuletzt auch die Wärmedämmung, die im Baugewerbe nicht zu unterschätzen ist. Schließlich trägt eine gute Dämmung maßgeblich dazu bei, dass die Heizkosten reduziert werden können, was sich wiederum positiv auf die Umweltbilanz des Gebäudes auswirkt. Als Dämmmaterialien werden in den meisten Fällen Mineralstoffwolle oder Schaumstoffmatten auf Erdölbasis verwendet. Noch vergleichsweise selten, aber doch immer mehr kommen aber auch Isoliermatten aus Hanf zum Einsatz.

Die Nutzung von Hanf im Baugewerbe ist bei Weitem nicht neu: In der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg wurden vornehmlich Lehm, Stroh und Hanf für den Hausbau verwendet. Die positiven Eigenschaften von Hanf verraten, warum Hanf in diesem Bereich so gefragt war: Die Fasern präsentieren sich strapazierfähig, leicht und nahezu unverwüstlich. Dazu wächst die Pflanze schnell nach, sodass der Rohstoff immer in großen Mengen zur Verfügung steht. Im modernen Baugewerbe lief der Einsatz von Hanf im Dämmbereich allerdings nur schleppend an: Der Grund dafür lag in der Tatsache, dass das natürliche Material aus Stabilitätsgründen immer mit Polyester kombiniert werden musste. Erst seit Kurzem sind auch Varianten verfügbar, die vollkommen auf chemische Stoffe verzichten.

Hanf zeichnet sich durch ökologisch und gesundheitlich unbedenkliche Eigenschaften aus und kann so grundsätzlich bedenkenlos im Hausbau verwendet werden. Allerdings muss der nachwachsende Rohstoff mit Borsalzen oder Soda behandelt werden, um einen standardmäßigen Brandschutz zu gewährleisten: Hanf ist leicht brennbar und kann im Brandfall unbehandelt eine Gefahr darstellen. Eine Behandlung gegen Insektenbefall oder Schimmel ist in den meisten Fällen dagegen nicht erforderlich: Hanf verfügt über natureigene Bitterstoffe, die Insekten fernhalten, und auch gegen Schimmelsporen ist das natürliche Material weitgehend resistent.

Zum Einsatz kommt eine Dämmung aus Hanf unter anderen unter Dächern, in der Innen- und Außenwanddämmung, bei der Dämmung von Fassaden sowie auch der Fußbodendämmung. Neben optimalen Eigenschaften im Bereich Wärmedämmung zeichnet sich der nachwachsende Rohstoff auch durch eine sehr gute Schalldämmung aus. Besonders in Mehrfamilienhäusern oder Reihenhäusern kann diese dem Zusammenleben zu Gute kommen.

Wer sein Haus mit Hanf dämmen möchte, kann dabei auf vorgefertigte Hanfplatten zurückgreifen, die mit textilen Bindefasern verstärkt wurden und so direkt in der Wand, im Dach oder im Boden eingesetzt werden können. Alternativ steht aber auch als Stopfwolle zur Auswahl, ebenso wie als Hanfgarn zur Fugenabdichtung. Auf Wunsch werden Hanfplatten auf die benötigten Maße zugeschnitten, sodass immer genau die Größe zur Verfügung steht, die im individuellen Fall gebraucht wird. Hanf ist ein natürliches, ökologisch wertvolles und schnell nachwachsendes Dämmmaterial, das sich vielseitig einsetzen lässt und in der Zukunft sicher noch verstärkt im Baugewerbe zum Einsatz kommen wird.

 

Bild: von unsplash.com

 

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