Finanzielle Unterstützung beim Hausbau – von Baukindergeld bis Wohn-Riester

Viele Familien träumen von den eigenen vier Wänden und der damit einhergehenden Unabhängigkeit. Oft scheitert der Hausbau, weil es an Eigenkapital mangelt. Das muss jedoch nicht zwangsläufig ein Hindernis sein. Es gibt inzwischen zahlreiche Fördermittel, womit sich die Finanzierung einfacher gestalten lässt. Dieser Beitrag dient als Orientierung und fasst potenzielle Fördermöglichkeiten in Form von Zuschüssen und zinsgünstigen Krediten zusammen.

Baukindergeld: KfW bewilligte 2018 bereits über 56.000 Anträge

Fördermittel können die finanzielle Belastung eines Hausbaus merkbar senken. Um das Sparpotenzial auszuschöpfen, sollten sich Interessenten rechtzeitig über sämtliche Optionen informieren. Eine besonders attraktive Möglichkeit liefert seit 18. September 2018 das Baukindergeld. Es muss bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragt werden und gilt sowohl für den Bau als auch den Kauf von Immobilien. Familien erhalten pro Kind einen Zuschuss in Höhe von 1.200 Euro jährlich. Auch Alleinerziehende können den Antrag stellen.

Maximal zehn Jahre wird die Finanzspritze gewährt. Der Baufinanzierungsratgeber NIST Wissen hat zum Baukindergeld Voraussetzungen arrangiert, die zur Antragsbewilligung erfüllt sein müssen. Unter anderem wird über die Gehaltsobergrenze informiert, die pro Haushalt „bei 75.000 € zu versteuerndem Jahreseinkommen plus 15.000 € Freibetrag je Kind“ liegt. Zur Verdeutlichung: Bei einer Familie mit zwei Kindern beträgt das maximal zu versteuernde Einkommen pro Jahr 105.000 Euro. Ergänzend klärt das Ratgeberportal über das Baukindergeld Plus auf, wovon Familien in Bayern profitieren können. Der Freistaat zahlt an förderungsfähige Familien zusätzlich 300 Euro jährlich pro Kind, wodurch sich das Fördergeld auf 1.500 Euro erhöht. Doch damit nicht genug: Es folgen 10.000 Euro Eigenheimzulage pro Haushalt. Sie wird unabhängig von der Anzahl der Kinder und dem Familienstand einmalig ausgezahlt.

Kredit 153 für KfW Effizienzhäuser

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau vergibt außerdem zinsverbilligte Darlehen und kommt Bauherren mit tilgungsfreien Jahren entgegen, um die finanzielle Belastung zu Beginn einzudämmen. Interessant ist das KfW-Programm 153 für energieeffizientes Bauen mit bis zu 15.000 Euro Tilgungszuschuss und maximal 100.000 Euro Kredit. Es wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. Der effektive Jahreszins startet bei 0,80 Prozent und gilt für eine Laufzeit von zehn Jahren. Beim Neubau fördert die KfW mit diesem Programm:

  • Baukosten
  • Baunebenkosten (Grundstück ausgenommen)
  • Beratungskosten
  • Baubegleitungskosten
  • Planungskosten

Je höher der KfW-Effizienzhaus-Standard, desto höher fällt der Tilgungszuschuss aus. Zum Vergleich: Bei einem KfW-Effizienzhaus 55 liegt der Zuschuss bei fünf Prozent der Darlehenssumme, bei einem Effizienzhaus 40 Plus bei 15 Prozent.

Zinsgünstige Darlehen vom Bundesland

Der Erwerb von Wohneigentum wird von den Bundesländern individuell gefördert. Nicht selten sind mehrere Ministerien zuständig, wie das Wirtschaftsministerium oder das Bauministerium. Die Abwicklung von Zuschüssen und zinsgünstigen Darlehen erfolgt größtenteils über das Landesförderinstitut. Familien, die den Hausbau planen, sollten sich gründlich informieren, da sich die Bedingungen für eine Förderung teilweise maßgeblich voneinander unterscheiden. Hierbei genießt jedes Bundesland Spielraum. Während mancherorts Einkommensgrenzen gelten, spielt andernorts die Kinderanzahl eine ausschlaggebende Rolle. Die Tabelle auf dem Foto zeigt auf, welche Institute je Bundesland für die Wohnungsbauförderung zuständig sind.

Familien mit Kindern sollten außerdem bei Gemeinde oder Stadt nach Unterstützung fragen. Viele Kommunen bieten attraktive Fördermittel, um neue Einwohner für sich zu gewinnen. Ob Übernahme der Kindergartenkosten, zinsgünstige Darlehen oder subventionierte Grundstücke. Die Liste der Möglichkeiten ist lang und variiert. Ob auf einen Antrag eine Zusage folgt, hängt stark von der Haushaltslage ab. Hinzu kommt, dass die staatlichen Fördermittel pro Jahr begrenzt sind, weshalb es sich lohnt einen Fördermittelantrag möglichst früh zu stellen. Wir haben Adressen der Kommunen zur Familienförderung zusammengestellt.

Informatives zu Wohn-Riester

Ebenfalls attraktiv für Familien mit Kindern ist ein Wohn-Riester-Vertrag. Hierbei wird ein Teil des Einkommens einbezahlt, das für eine Immobilie aufgewendet wird. Derartige Verträge werden vom Staat über das Eigenheimrentengesetz mit Steuervergünstigungen (Sonderausgaben) und Zulagen gefördert. Voraussetzungen für Wohn-Riester sind unter anderem die Pflichtversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung und die Selbstnutzung der Immobilie. Die Verbraucherzentrale hat die Vor- und Nachteile in einem umfassenden Beitrag zur Immobilienfinanzierung mit staatlicher Förderung thematisiert.

Bilder Quelle: paulbr75, Skitterphoto / pixabay.com

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