Mietkaution: Das sollten Vermieter und Mieter wissen

Nach Beendigung eines Mietverhältnisses möchte der Mieter schnellstmöglich seine Kaution zurück haben. Doch im Zusammenhang mit der Rückzahlung kommt es oft zu Schwierigkeiten, die die deutschen Gerichte beschäftigt. Auf was müssen Mieter und Vermieter also achten? 

 

Fristen für die Rückzahlung 

 

Bei einer Mietkaution handelt es sich um eine Sicherheitsleistung, die ein Mieter bei Beginn des Mietverhältnisses erbringt. Sie soll dazu dienen, etwaige Forderungen des Vermieters abzudecken. Aus diesem Sicherheitscharakter ergibt sich, dass der Vermieter verpflichtet ist, die Mietkaution zurückzuzahlen, wenn der Grund der Sicherung – sprich das Mietverhältnis – weggefallen ist. 

 

Das ist nicht immer automatisch dann der Fall, wenn der Mieter ausgezogen und das Mietverhältnis beendet ist. Denn auch nach Beendigung kann der Vermieter noch Forderungen gegen den Mieter stellen: 

 

Ansprüche auf rückständige Mieten 

 

Schadensersatzforderungen wegen Beschädigungen 

 

Nichteinhaltung der Schönheitsreparaturen 

 

Verspätete Wohnungsrückgabe 

 

Betriebskostennachzahlungen 

 

Spätestens dann, wenn feststeht, dass der Vermieter keine Ansprüche mehr geltend machen kann, ist er zu der Rückzahlung der Kaution verpflichtet. Die Gerichte urteilen in der Regel, dass nach sechs Monaten die Rückgabe der Kaution notwendig ist – das ist allerdings lediglich eine grobe Orientierungshilfe. 

 

So erfolgt die Kautionsabrechnung 

 

Es reicht nicht, die Kaution einfach an den Mieter zurückzuzahlen, denn im Fall einer Barkaution muss der Vermieter eine Abrechnung inklusive Zinsen erstellen – das entfällt lediglich bei einer Mietbürgschaft (mehr dazu unter mietkautionsbuergschaft.eu), bei der die aufwendige Verwaltung und das Führen eines Mietkautionskontos nicht notwendig sind. 

 

Erforderliche Angaben auf der Kautionsabrechnung: 

 

     
  • Höhe der zu zahlenden Kautionssumme
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  • erwirtschaftete Zinsen
  •  

  • einbehaltene Kapitalertragsteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer
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  • ggfs. Gegenforderungen des Vermieters inklusive Kostennachweis
  •  

 

In welcher Form die Rückgewähr der Kaution erfolgt, hängt davon ab, auf welche Weise der Mieter die Zahlung vorgenommen hat. Bei einer Barkaution erfolgt die Rückzahlung in der Regel durch Banküberweisung oder Barzahlung. Bei einer Bürgschaft in Form der Rückgabe der Bürgschaftsurkunde an den Bürgen. Bei Verpfändung eines Sparbuchs muss der Vermieter das Sparbuch dem Mieter aushändigen. Und im Fall einer Sicherheitsleistung durch Kautionsversicherung durch Rückgabe der ausgestellten Urkunde an das Versicherungsinstitut. 

Bild: © istock.com/BartCo

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