Mit energieeffizienteren Waschmaschinen und Trocknern hohen Strompreisen ein Schnippchen schlagen

Die gute Nachricht vorweg: Die durchschnittlichen Strompreise für Haushalte in Deutschland stagnieren seit 2013 auf einem gleichbleibenden Niveau und sind im letzten Jahr nicht weiter gestiegen.

Die schlechte: Laut Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft sind bei einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh die Preise seit 2003 von rund 17 Cent pro Kilowattstunde auf mittlerweile 28, 73 Cent gestiegen. Und einige Versorger haben für 2017 weitere Preissteigerungen angekündigt.

Mehr denn je ist wirtschaftliches Haushalten und schonender Umgang mit der Ressource Strom für die mehr als 40 Millionen bundesdeutschen Haushalte lohnenswert. Dabei greifen zunehmend Verbraucher neben einer Reihe von allerlei sinnvollen Energieeinspartipps, die im Netz kursieren, auch auf moderne, besonders sparsame Elektro-Großgeräte zurück.

Denn alte Trockner, Gefrierschränke oder Mikrowellen verbrauchen gegenüber der neuesten Technik ein Vielfaches an Energie und treiben die Stromkosten in die Höhe - ein Ärgernis, der neben Waschmaschinen besonders bei Trocknern zu Buche schlägt.

Moderne Elektrogeräte verfügen über ein Energiesparlabel oder Ökosiegel, welches garantiert, dass weniger Strom für die gleiche Leistung benötigt wird. Was hat der moderne Stand der Technik hinsichtlich Verbräuche zu bieten?

A+++ stark im Kommen

A+++ ist die derzeit höchste Energieeffizienzklasse. Gemäß einer Verordnung der EU-Kommission sind die Hersteller seit einigen Jahren dazu verpflichtet, diese zusätzliche Information zur Kaufentscheidung auf allen Elektrogroßgeräten anzubringen.

Und die Verbraucher haben die Zeichen der Zeit erkannt und tauschen alte Stromfresser nicht nur zunehmend gegen Neugeräte der Energie-Effizienzklassen A, A+, A++ und A+++ aus, sondern greifen dabei bevorzugt auf die höchste Klasse zurück– trotz vergleichsweise höherer Anschaffungskosten.

Hinzu kommt die EU-Verordnung vom 01.12.2013, nach der alle Waschmaschinen auf dem EU-Markt die Effizienzklasse A+ schaffen müssen. So ist der Anteil der Waschmaschinen der A+++-Klasse europaweit von 13 Prozent im Jahr 2011 auf mehr als die Hälfte (52 Prozent) aller Geräte im Jahr 2015 gestiegen.

A und A+ sind im gleichen Zeitraum stark zurückgegangen und machten 2015 zusammengenommen lediglich noch einen Anteil von rund einem Viertel aller Waschmaschinen aus. 2011 war es noch knapp 75 Prozent gewesen.

Verbrauch mit Stromkostenrechner bestimmen

Allerdings sind auch im gleichen Zeitraum die Neupreise für die Geräte konstant gefallen. Betrug im Februar 2012 der Verbraucherpreisindex (2010 = 100) noch 96,6, so ist er im Februar 2017 auf 88,6 gefallen.

Um sicher festzustellen, ob sich eine energieeffiziente Neuanschaffung eines Haushaltsgeräts lohnen kann, leisten Stromkostenrechner wertvolle Hilfe. Vielfach im Netz angeboten, lassen sich mit ihrer Hilfe die Stromkosten aus Strompreis und Kilowattstunde (kWh) errechnen.

Stromkostenrechner basieren auf dem gleichen Prinzip wie Stromkostenmessgeräte, die zwischen Stromnetz und Gerät geschaltet werden, um die momentane Leistungsaufnahme eines Gerätes zu ermitteln. Wird dabei der Strompreis mit eingespeichert, können die Geräte gleich die entstandenen Kosten anzeigen.

Bei Geräten mit variablem Stromverbrauch wie Kühlschränke oder dimmbare Lampen können dazu Näherungswerte bestimmt werden.

Stromkostenrechner multiplizieren den Stromverbrauch (in kWh) mit dem Strompreis (in Cent pro kWh). Während der Strompreis je Anbieter variiert und im Vorfeld eingeholt werden muss, ergibt sich der Stromverbrauch aus der Multiplikation der Leistungsaufnahme des Geräts (in Watt) mit der Betriebsdauer in Vollauslastung pro Tag (in Stunden).

Waschmaschinen-Stromverbrauch in der A+++-Klasse

Die Arbeitsweise von Stromkostenrechnern erlaubt den direkten Vergleich der Energiekosten zweier Elektrogeräte und eine Prognose hinsichtlich des zu erwartenden Energieaufkommens für einen bestimmten Gebrauchszeitraum.

Zwar lassen sich mit einer neuen Waschmaschine der Klasse A+++ - ein angenommener Strompreis von 0,23 Euro pro kWh zu Grunde gelegt - lediglich rund eine Kilowattstunde pro Waschgang gegenüber einem älteren Gerät einsparen. Das entspricht einer jährlichen Ersparnis von etwas mehr als 30 Euro.

Dennoch lohnt sich aber ein Umstieg auf ein A+++-Klasse-Gerät dann, wenn das Alt-Gerät defekt geworden ist. Dagegen sind bei Wäschetrocknern die neueren Geräte je nach verwendeter Technik deutlich sparsamer.

Topp-Waschmaschinenmodelle der A+++-Klasse mit acht Kilo Waschvolumen kommen bereits mit einem Stromverbrauch von unter 100 Kilowattstunden aus. Bei einer Nutzung von 220-mal pro Jahr mit Programm sollte der Wasserverbrauch unter 10.000 Liter liegen, Spitzenmodelle kommen bereits mit rund 8.000 Litern aus.

Niedrigstwerte im Stromverbrauch von rund 65 kWh werden dabei allerdings nur dadurch erzielt, dass die Waschtemperatur bei auf über vier Stunden verlängerter Waschdauer (bei 60 Grad Buntwäsche) abgesenkt wird.

Besonders sparsame Acht-Kilo-Geräte kommen mit maximal 1.200 bis 1.400 EUR Strom- und Wasserkosten in 15 Jahren aus.

In den Kalkulationen ist ein Strompreis von 0,32 Euro pro Kilowattstunde, sowie ein Wasserpreis von 5,90 Euro pro Kubikmeter incl. Abwasser zugrunde gelegt - ohne Berücksichtigung etwaiger Strom- und/oder Wasserkostenerhöhungen während der 15-jährigen Nutzungszeit.

Große Unterschiede bei Wäschetrocknern

Bei Wäschetrocknern sind die Unterschiede im Verbrauch dagegen riesig. Verbrauchsdifferenzen von drei Kilowattstunden pro Trockenprogramm sind keine Seltenheit.

Als besonders sparsame Wäschetrockner ohne Warmwasseranschluss gelten Kondenstrockner mit Wärmepumpe mit weniger als circa 200 kWh – abgesehen von den besonders effizienten Solar- und Gastrocknern.

Die günstigsten Sieben- und Acht-Kilo-Geräte liegen in ihrem Verbrauch derzeit unter 160 kWh, besonders sparsame neun-Kilo-Geräte rangieren zwischen 175 und 200 kWh.

Die Energiekosten in 15 Jahren betragen bei Geräten mit mittlerem Verbrauch über 1.000 Euro gegenüber rund 750 Euro in der sparsamsten Klasse.

Kondenstrockner ohne Wärmepumpe und Abluft-Trockner verbrauchen rund das Dreifache und sind in punkto Sparsamkeit nicht mehr zeitgemäß. Dementsprechend betragen die Energiekosten über 2.000 Euro in 15 Jahren, bei 160-facher Nutzung pro Jahr in „Baumwolle schranktrocken“, davon 4/7 der Nutzungen mit halber Beladung.

So benötigen Geräte mit der Stufe B für ein Standardprogramm mit voller Befüllung rund 4,8 kWh und mehr.
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Bild: fotolia_70787336_m._schuppich_energieeffizienz.jpg

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