Ölbrennwertheizung mit Solar - Funktionsweise, bauliche Voraussetzungen & Förderung

In Deutschland heizen etwa 10,8 von 40,4 Millionen Wohnungen mit einer Ölheizung.1 Damit belegt sie nach der Gasheizung Platz 2 der meist genutzten Wärmeerzeuger in deutschen Immobilien. Wer den Brennstoff Öl nutzt, profitiert nach aktuellem Stand zusätzlich von günstigen Rohstoffpreisen. Denn Heizöl ist derzeit günstiger als vor einigen Jahren.

Für Neubauten hat die Energiesparverordnung jedoch ab dem 1. Januar 2016 strengere Auflagen zur energetischen Gebäudequalität verabschiedet. Seitdem dürfen Bauherren im Vergleich zu 2014 25 Prozent weniger Energie im neu errichteten Haus verbrauchen. Da Heizungen Studien zufolge 80 bis 90 Prozent des Wärmebedarfs beanspruchen, spielt die Wahl effizienter Heiztechnik eine wichtige Rolle. Wer hier ausschließlich Ölheizungen einsetzt, wird den Anforderungen der EnEV nicht ohne kostspielige Dämmmaßnahmen an Hauswänden, Dächern oder Fenstern gerecht.

Anders sieht das bei kombinierten Systemen aus einer Ölbrennwertheizung mit einer Solarthermie aus. Wie eine Öl-Solarheizung funktioniert, welche Vorteile sich für Häuslebauer ergeben und was beim Einbau zu berücksichtigen ist, verrät dieser Überblick.

 

Funktionsweise einer Öl-Solar-Heizung

Zentrale Komponenten einer Öl-Solar-Heizung sind Solarkollektoren, ein Wasserspeicher und ein moderner Ölbrennwertkessel. Die auf dem Dach montierten Sonnenkollektoren absorbieren das aufprallende Sonnenlicht und erwärmen auf diese Weise die Solarflüssigkeit, die bei einem Vakuumröhrenkollektor innerhalb der Kollektorröhren fließt. Vom Dach fließt das Sole-Wasser-Gemisch hinunter zum Speicher im Heizungskeller. Letzterer bevorratet das erwärmte Heiz- und Brauchwasser. Der Heiz- und Solarkreis sind dabei in sich geschlossene Kreisläufe. Für die Übertragung der Wärme von der Solarflüssigkeit auf das Heiz- und Brauchwasser sorgt ein Wärmetauscher. Heizungspumpen transportieren die abgekühlte Solarflüssigkeit auf das Dach hinauf und der Kreislauf beginnt von vorne. Bei einem hybriden System aus einer Ölheizung und Solarthermie stellt die intelligente Regelungstechnik sicher, dass die benötigte Wärmeenergie immer zuerst aus erneuerbaren Energiequellen wie der Sonne stammt. Denn erst wenn die Wärme der Sonnenstrahlen zum Beispiel im Winter nicht mehr ausreicht, setzt sich der Brennwertkessel in Betrieb. Das schont den Einsatz fossiler Brennstoffe und senkt die Betriebskosten der Heizung. Die steigende Unabhängigkeit ermöglicht zudem die Ausnutzung günstiger Einkaufszeitpunkte und Heizölmarktlagen. So lässt sich auch beim Brennstoffbezug mehr Geld sparen.

Einzelne Modelle einer Ölheizung und Preisinformationen finden Sie hier.

 

Bauliche Hinweise: Was ist vor dem Einbau zu beachten?

Bisher vorhandene Technik prüfen

Im Grunde lässt sich jede Ölheizung mit einer solarthermischen Anlage aufrüsten. Generell ist jedoch in einem ersten Schritt zu prüfen, ob die bisher installierte Öltherme dem Stand der Technik entspricht. Alte Ölheizungen in Form von Konstanttemperaturkesseln dürfen nicht weiter betrieben werden. Das schreibt die Energieeinsparverordnung vor. Daher unterliegen Besitzer einer in die Jahre gekommenen Ölheizung der Modernisierungspflicht. Oft ist die Umrüstung zum Beispiel von einer Ölheizung auf eine Wärmepumpe nicht möglich, da die baulichen Voraussetzungen vor Ort nicht gegeben sind. Gerade in Altbauten ist dies nicht ohne weiteres möglich. Aber auch im Neubau bietet die Kombination aus Öl und Sonnenlicht Vorteile. Darunter fällt zum Beispiel eine Heizöl-Ersparnis von etwa einem Fünftel. 2015 wurden bei der Heizungsmodernisierung auf Brennwerttechnik 30 Prozent der Ölheizungen mit einer Solaranlage kombiniert.2

 

Der Speicher - Funktion und Auslegung

Sowohl Ölheizung als auch Solarthermie sind über Anschlüsse an den Speicher gekoppelt und speisen ihre Wärme dort ein. Voraussetzung für einen einwandfreien und effizienten Betrieb der Solar-Heizung ist daher auch die Auslegung des Speichers mit ausreichend Speichervolumen. Die Größe bzw. das Fassungsvermögen hängt dabei von der Anzahl der Hausbewohner und dem benötigten Trinkwasser- und Wärmebedarf ab. Energieberater und Heizungsbauer unterstützen Sie bei der bedarfsgerechten Dimensionierung. Die intelligente Steuerung des Hybridsystems entscheidet, wie viel der von den Solarkollektoren erzeugten Wärme an welcher Stelle des Speichers eingelagert und bevorratet wird, um Temperaturverwirbelungen und Wärmeverluste zu verhindern.

 

Wieviel Kollektorfläche ist nötig?

Gut dimensionierte Solaranlagen sind nach Angaben der Verbraucherzentrale in der Lage 25 Prozent des Heizwärmebedarfs zu übernehmen.3 Dafür reicht in einem Einfamilienhaus mit vier Personen eine Fläche von 9 Quadratmetern Kollektorfläche aus.4

 

Förderung dieses Hybridsystems

Wer gleichzeitig seine Ölheizung austauscht erhält zusätzlich zur Solaranlagen- Förderung des BAFA einen Kesseltauschbonus in Höhe von 500 Euro. Für eine solarthermische Anlage zur Heizungsunterstützung und Warmwasserbereitung zahlt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrollen bei einer Kollektorfläche bis 14 Quadratmetern eine Basisförderung von 2.000 Euro.5

 

1 Quelle: Studie des BDEW: Wie heizt Deutschland “https://www.bdew.de/internet.nsf/id/C44E72D1F65D174EC1257DAC00319783/$file/141212%20BDEW%20Studie%20Wie%20heizt%20Deutschland%20Anhang.pdf

2 Quelle: http://www.presseportal.de/pm/57722/3307174

3 Quelle: https://www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/link1804741A.html

4 Quelle: https://www.verbraucherzentrale-energieberatung.de/downloads/Flyer_Erneu...

5 Quelle: http://www.bafa.de/bafa/de/energie/erneuerbare_energien/solarthermie/pub...

Bildquelle: www.Kesselheld.com

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