Wer sein Haus plant, hat in dieser frühen Phase eine Möglichkeit,
die sich später kaum ohne große Zusatzkosten nutzen lässt: denPool gleich mit einzuplanen. Viele Bauherren lassen sich
nichtsdestotrotz davon abbringen, weil Budget und Nerven beim Hausbau
ohnehin strapaziert werden. Ärgerlich wird es dann, wenn die Bagger
vom Grundstück abgezogen sind und die Erdarbeiten neu organisiert
werden müssen.
Einen Swimming
Pool kann man in technischer Hinsicht jederzeit in
einen bestehenden Garten integrieren. Der wirtschaftliche Vorteil
liegt jedoch unbestritten in der Rohbauzeit: Sind die Bagger ohnehin
auf dem Grundstück tätig, lassen sich die Aushubarbeiten für das
Becken mit einplanen. Die Kosten für den Erdaushub liegen je nach
Region und Bodenbeschaffenheit zwischen 3.000 und 8.000 Euro. Wird er
separat in Auftrag gegeben, kommen neue Anfahrtskosten,
Maschinenmiete und Entsorgungsgebühren hinzu. Ein entscheidender
Aspekt ist die Verlegung der Leitungen. Während der Bauphase können
die Stromleitungen für die Filterpumpe, die Beleuchtung sowie Ein-
und Abläufe für das Wasser effizient und platzsparend verlegt
werden, ohne dass bestehende Beläge, Terrassen oder Wege
aufgebrochen werden müssen. Erfahrungsgemäß sind nachträgliche
Leitungsarbeiten im bereits fertiggestellten Garten deutlich
kostspieliger und können das Zwei- bis Dreifache der ursprünglichen
Ausgaben ausmachen.
Ob ein privater Pool genehmigungspflichtig ist, hängt von den Bestimmungen des jeweiligen Bundeslandes sowie dem lokalen Bebauungsplan ab. In vielen Bundesländern sind unterirdische Pools mit einem Volumen von weniger als 100 Kubikmetern genehmigungsfrei, solange sie nicht überdacht sind. In Bayern regelt dies Artikel 57 der BayBO, während in Nordrhein-Westfalen § 65 der BauO NRW dafür zuständig ist.
Drei Punkte sollten Bauherren vor dem Bau klären. Die
Abstandsregelungen zu Nachbargrundstücken variieren je nach
Landesrecht und liegen zwischen 1,5 und 3 Metern. Zudem können
Bebauungspläne spezifische Versiegelungsgrenzen festlegen, die den
Bau eines Pools im Garten einschränken. Wer plant, einen überdachten
Pool oder eine Poolhalle zu errichten, benötigt in der Regel eine
Baugenehmigung, unabhängig von der Größe des Beckens. Die
Bauaufsichtsbehörde gibt auf Anfrage hin frühzeitig Auskunft
darüber, welche Unterlagen einzureichen sind.
Die Entscheidung für das Material legt fest, welcher
Investitions- und Pflegeaufwand über Jahrzehnte zu erwarten ist.
Als
Einstiegspreislage gelten Stahlwandpools. Bausätze aus verzinktem
Stahl oder Aluminium mit Folie, Filteranlage und mehr oder minder
einfacher Montage kosten zwischen 5.000 und 15.000 Euro. Sie sind
nicht für den dauerhaften Erdeinbau bestimmt, und in der Regel
werden sie nicht älter als 15 Jahre.
GFK-Becken
(glasfaserverstärkter Kunststoff) werden als Fertigelemente
angeliefert und binnen weniger Tage eingesetzt. Je nach Größe und
Ausstattung kosten sie zwischen 15.000 und 40.000 Euro. Ihre glatte
Oberfläche bietet wenig Ansatz für Algenwachstum, und der
Pflegeaufwand ist daher merklich geringer.
Betonbecken bieten die
größte Formvielfalt und die längste Lebensdauer. Becken aus
Stahlbeton, die nach DIN 1045 ausgeführt sind, halten bei
ordentlicher Pflege etliche Jahrzehnte. Die notwendigen Investitionen
liegen zwischen 30.000 und 80.000 Euro, je nach Bauweise bei
Sonderformen darüber. Laufende Betriebskosten kommen hinzu: Strom
für die Filterpumpen kostet je nach Beckeninhalt zwischen 300 und
600 Euro pro Jahr, die Wasseraufbereitung mit Chemikalien schlägt
mit weiteren 200 bis 400 Euro zu Buche.
Die Technik ist langfristig entscheidend für Wasserqualität und
Betriebskosten. Sandfilteranlagen haben sich als Branchenstandard
etabliert. Sie arbeiten im Prinzip nach dem Verfahren der
Druckfiltration, sind wartungsarm und zuverlässig. Für kleinere
Becken bis zu 30 m³ bieten Kartuschenfilter eine brauchbare, ohne
Rückspülung auskommende Lösung.
Luft-Wasser-Wärmepumpen haben
sich als Beheizung bewährt. Moderne Poolwärmepumpen erzielen einen
COP
(Coefficient of Performance) von 5 bis 6, d.h., sie
produzieren aus einer Kilowattstunde Strom fünf bis sechs
Kilowattstunden Wärme. Solarabsorber als Ergänzung rechnen sich bei
gutem Standort und ausreichender Sonneneinstrahlung in vier bis
sieben Jahren.
Das Thema Sicherheit wird oft unterschätzt. Die
DIN EN 13451 schreibt Anforderungen an Ausstattung und Betrieb von
Schwimmbecken vor. Mehrere Bundesländer verlangen eine
kindergesicherte Umzäunung auch bei privaten Pools, in Bayern etwa
nach Art. 46 BayBO. Diese Forderung lässt sich in die Gestaltung der
Gartenplanung ohne zusätzliche Kosten einarbeiten.
Wer
Grundstück, Genehmigungslage, Beckentyp und Technik aufeinander
abstimmt, bevor der erste Spatenstich geschlagen wird, schafft
Voraussetzungen, die späteren Kompromisse im Layout, bei der
Leitungsführung und im Budget ausschließen. Nach einer Auswertung
des Immobilienverbandes Deutschland (IVD) steigert ein gepflegter
Pool den Verkehrswert des Einfamilienhauses um 5 bis 15 Prozent, wenn
er nach Art und Bauweise zu dieser Immobilie passt.
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